Die Daimler Truck Holding AG ist der weltweit größte Nutzfahrzeug-Hersteller[3] mit über 35 Haupt-Standorten und rund 100.000 Beschäftigen. Sie entstand mit Wirkung zum 1. Dezember 2021 durch Abspaltung der Daimler Truck AG von der Daimler AG und ist seit dem 10. Dezember 2021 als eigenständiges Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.[4] Die durch Umbenennung zum 1. Februar 2022 aus der Daimler AG hervorgegangene Mercedes-Benz Group AG[5] hält nach dem Börsengang einen Anteil von 35 Prozent an der Daimler Truck Holding AG.[6] Sie hat ihren Sitz in Stuttgart[1] und die Hauptzentrale befindet sich in Leinfelden-Echterdingen.[7]
Zu den Geschäftsfeldern Daimler Trucks und Daimler Buses gehören die sieben Fahrzeugmarken BharatBenz, Freightliner, FUSO, Mercedes-Benz, Setra, Thomas Built Buses und Western Star. Im Bereich mittelschwerer und schwerer Lkw über 6Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist Daimler Truck Weltmarktführer. Im Jahr 2019 wurden in diesem Bereich rund 489.000 Fahrzeuge ausgeliefert.[8] Über den Geschäftsbereich Daimler Truck Financial Services werden Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen angeboten.[9]
Neben den Mercedes-Benz-Lkw gehören im globalen Verbund die Marken Freightliner, Western Star, BharatBenz, Thomas Built Buses und FUSO zum Geschäftsfeld Daimler Trucks. Im Jahr 2018 waren der wichtigste Absatzmarkt die NAFTA-Staaten mit 37% gefolgt von Asien mit 32%, Westeuropa (EU plus EFTA und dem Lande UK (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland)) mit 17% und Lateinamerika (ohne den NAFTA-Staat Mexiko) mit 7%.[10]
Das Geschäftsfeld Daimler Buses behauptete 2018 die Marktführerschaft in den Kernmärkten Europa, Mexiko, Brasilien und Argentinien und verkaufte weltweit 30.888 Fahrzeuge.[11] Neben den Mercedes-Benz-Omnibussen gehören BharatBenz Buses, FUSO Buses und Setra zu Daimler Buses.[12]
Geschäftszahlen
Von den Ende 2018 insgesamt 298.683 Beschäftigten des Daimler-Konzerns (2017: 289.321) waren im Geschäftsfeld Daimler Trucks 82.953 (2016: 79.483) tätig, davon 30.447 (2017: 30.424) in Deutschland sowie 16.647 in den USA (2017: 15.002). 2019betrug der Umsatz 40,2Milliarden Euro bei Daimler Trucks und 4,7Milliarden Euro bei Daimler Buses.[13] Am Gesamtumsatz des Konzerns (2018: 167,4Mrd. Euro; 2017: 164,3Mrd.Euro) hatte Daimler Trucks 2018 einen Anteil von rund 23Prozent.
~ = auf 1000 gerundete Zahlen aus den Geschäftsberichten,? = keine Zahlen verfügbar.
Die Zahlen für die VR China und Gesamt inkl. China sind nur nachrichtlich zu verstehen, da die Zahlen nicht in das Ergebnis von Daimler einfließen.
Aktie
Mit Wirkung zum 21. März 2022 wurden die Aktien von Daimler Truck in den DAX aufgenommen, nachdem sie zuvor ab dem 11. Februar 2022 im MDAX gelistet waren.[24] Grund für die kurzzeitige Aufnahme in den MDAX war das außerplanmäßige Ausscheiden von Alstria office aus dem Index.[25][26]
Marken
Mercedes-Benz: leichte, mittelschwere und schwere Lkw, Stadtbusse, Reisebusse
Freightliner: mittelschwere und schwere Lkw, Transporter
TruckStore: Gebrauchtfahrzeuge, Finanzierung, Leasing, Miete, Garantie- und Serviceverträge sowie Rückkauf
Fleetboard: Telematik und Connectivity
Standorte von Daimler Truck
Die weltweit 24 Standorte von Daimler Truck bzw. der Tochtergesellschaften liegen in Deutschland (5), der Türkei, Frankreich, Portugal, den USA (7) und Mexico (2), Brasilien (2), Japan (4), Südafrika und Indien.[27][28] Die Produktpalette umfasst leichte, mittelschwere und schwere Lkw für den Fern-, Verteiler- und Baustellenverkehr sowie Kommunal- und Spezialfahrzeuge wie den Unimog. Ferner werden Fahrzeuge für den militärischen Einsatz gefertigt.[29] Aufgrund der engen produktionstechnischen Verknüpfung zählen auch die Omnibusse der Marken Thomas Built Buses (Tochtergesellschaft von Daimler Truck North America) und Mitsubishi Fuso zu Daimler Truck.
Mercedes-Benz-Werk Wörth
→ Hauptartikel: Mercedes-Benz-Werk Wörth
Das Werk in Wörth am Rhein ist das weltgrößte Lastwagen-Montagewerk. Es hat eine Grundfläche von 2.463.186 m² und eine bebaute Fläche von 544.729m². Die durchschnittliche Tagesproduktion liegt bei über 470 Fahrzeugen (Stand Juli 2018).[30] 10.326Mitarbeiter arbeiteten Ende 2019 im Werk Wörth.[27] In Wörth werden folgende Mercedes-Benz-Lkw hergestellt:
Actros: schwere Klasse für den Einsatz im Fernverkehr, im Schwerverkehr und im Bauverkehr
Arocs: schwere Klasse für den Einsatz im Baugewerbe
Atego: Verteilerverkehr in der Stadt
Antos: Sattelzugmaschinen und Pritschenwagen speziell für den Einsatz im schweren Verteilerverkehr
Im Werk Mannheim werden Dieselmotoren für Lkw produziert und montiert. In der eigenen Gießerei werden neben Zylinderkurbelgehäusen, Schwungscheiben und Zylinderköpfen auch die Lkw-Achsen gegossen. Außerdem werden in Mannheim Fahrzeuge (z.B. B-Klasse, Sprinter) auf Erdgasantrieb umgerüstet sowie Brennstoffzellenfahrzeuge gebaut. Auf dem gleichen Gelände befindet sich auch eines der Werke von EvoBus. Hier werden die Mercedes-Benz-Stadtbusse sowie die Rohkarosserien für die Reisebusfertigung im Werk Ulm produziert.
Mercedes-Benz-Werk Gaggenau
Mercedes-Benz-Werk Gaggenau
→ Hauptartikel: Mercedes-Benz-Werk Gaggenau
In Gaggenau werden Getriebe und Außenplanetenachsen für Lkw produziert. Zu den Erzeugnissen zählen manuelle und automatisierte Schaltgetriebe, Nutzfahrzeugachsen (AP und Portalachsen) und Drehmomentwandler für Pkw-Automatikgetriebe. Weiterhin werden Produkte im Bereich der Zerspanungstechnologie, Umformtechnik (Pressteile für Mercedes-Benz A- und B-Klasse) und Dienstleistungen im Bereich der internationalen Logistik angeboten. Im 1971 errichteten Werkteil Rastatt, der im allgemeinen Sprachgebrauch Getriebewerk Rastatt genannt wird, werden Getriebe für Lkw und die A- und B-Klasse gefertigt. Zum Werk Gaggenau gehört das Presswerk Kuppenheim, das Karosserieteile für Lkw und Pkw fertigt. Von 1951 bis 2002 wurde in Gaggenau der Unimog montiert.
Das Werk beschäftigt über 6000 Mitarbeiter (31. Dezember 2019) und ist der größte Industriebetrieb im Schwarzwald.
Das Gaggenauer Werk wurde im Jahr 1894 als Bergmann Industriewerk gegründet. Damals wurden Dampfmaschinen und Automaten gefertigt. Ab 1895 wurde im Murgtal mit dem „Orient Express“ das erste Serienautomobil produziert. Es ist somit das älteste durchgehend genutzte Automobilwerk der Welt. Drei Jahre später stellte Bergmann dort die ersten Lkw und Omnibusse her. Mit der Produktion einer „Vorrichtung zur Änderung der Geschwindigkeit von Motorfahrzeugen“ begann im Jahr 1895 auch der Getriebebau in Gaggenau. 1907wurde das Werk von der Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim übernommen. Die Benz-Werke Gaggenau GmbH wurden 1926 durch die Fusion von Daimler und Benz Teil der Daimler-Benz AG.
Mercedes-Benz-Werk Kassel
→ Hauptartikel: Mercedes-Benz-Werk Kassel
In Kassel werden seit 1970 mit rund 3.000 Mitarbeitern Achsen für Nutzfahrzeuge des Konzerns produziert. Es handelt sich um das ehemalige Nutzfahrzeugwerk von Henschel, das Daimler-Benz durch die Übernahme von Hanomag-Henschel integrieren konnte.
Daimler Truck North America
Cleveland Truck Manufacturing Plant, Cleveland (North Carolina), USA: Class-8-Lkw
Gastonia Parts Manufacturing Plant, Gastonia (North Carolina), USA: Fahrerhäuser, Fahrgestelle, Komponenten
Mount Holly Truck Manufacturing Plant, Mount Holly (North Carolina): mittelschwere Lkw
Portland Truck Manufacturing Plant, Portland (Oregon), USA: Lkw der Marke Western Star Trucks – 4900 EX, 4900 SA, 4900 FA and 6900 XD; Lkw der Marke Freightliner: Century Class S/T, Columbia, und Coronado Modelle; schwere Militärfahrzeuge
Detroit Diesel Redford Plant, Detroit (Michigan), USA: Motoren, Achsen und Getriebe für Freightliner LKW
Freightliner Custom Chassis Corporation Manufacturing Plant, Gaffney (South Carolina), USA: Fahrgestelle für Sonderfahrzeuge
Santiago Tianguistenco (Mexiko), Truck Manufacturing Plant: Lkw der Marke Freightliner
Saltillo (Mexiko), Truck Manufacturing Plant: Lkw der Marke Freightliner
Mercedes-Benz in Argentinien
González Catán: Produktion von Motoren, Achsen, Getrieben sowie Transportern, Lkw und Bussen
Mercedes-Benz in Brasilien
São Bernardo do Campo: Produktion von Motoren, Achsen, Getrieben sowie leichten Lkw und Bussen
Juiz de Fora: Produktion von mittelschweren und schweren Lkw
Daimler Truck in Russland
Nabereschnyje Tschelny: Beteiligung i. H. v. 15 Prozent am Hersteller KAMAZ.[31] Zulieferung von Fahrerhäusern aus Wörth, Achsen aus Kassel und Gaggenau sowie von Motoren aus Mannheim. Die Komponenten werden in schweren KAMAZ-Lkw (6×6) sowie in Bussen verbaut.
CKD-Produktionsstandort des Joint Ventures Daimler Kamaz RUS (DK RUS). Kapazität von bis zu 6000 Mercedes-Benz-Lkw (Actros/Axor/Atego).
Im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens Daimler Kamaz RUS (DK RUS)[32][33][34] soll in Nabereschnyje Tschelny bis zum Jahr 2020 ein neues Werk für die Produktion von Rahmen für Mercedes-Benz-Fahrerhäusern gebaut werden. In Russland produzierte Lkw von KAMAZ und Mercedes-Benz sollen damit ausgestattet werden.[35][36][37]
Daimler plant neues Pkw-Werk für Mercedes-Benz in Russland.Mercedes-Benz Group Media,abgerufen am 14.März 2022:„Neben der Daimler AG ist auch das Joint Venture Daimler Kamaz RUS (DK RUS) an der MBMR beteiligt. Im Joint Venture DK RUS arbeitet Daimler seit 2010 erfolgreich mit KAMAZ an der Erschließung des russischen Nutzfahrzeugmarktes. Daimler und KAMAZ sind mit jeweils 50 Prozent an DK RUS beteiligt.“
Daimler-CEO: Lkw eilt allen davon - Moskauer Deutsche Zeitung. In: Moskauer Deutsche Zeitung. 24.Januar 2017 (mdz-moskau.eu[abgerufen am 20.Juli 2018]).
Daimler KAMAZ Rus has started the production of the new Canter TF trucks. In: RusAutoNews.Com. 15.Juni 2018 (rusautonews.com[abgerufen am 20.Juli 2018]).
Bianca von der Au:Daimler Truck baut Lkw in China.Mercedes-Benz-Lastwagen.In:tagesschau.de.23.September 2022,abgerufen am 11.Oktober 2022.
Другой контент может иметь иную лицензию. Перед использованием материалов сайта WikiSort.org внимательно изучите правила лицензирования конкретных элементов наполнения сайта.
2019-2026 WikiSort.org - проект по пересортировке и дополнению контента Википедии